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Damals

 

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Geschichten

Thema der aufgeschlagenen Bildergalerie

 


Briefe aus der Vergangenheit

 

Auf dem Speicher meiner Eltern habe ich einst eine alte Schuhschachtel mit Briefen aus der Vergangenheit gefunden. Die meisten Briefe wurden von den Eltern meiner Urgroßmutter, ihrer selbst, den Geschwistern und einigen anderen Verwandten in der Zeit ab 1850 geschrieben. Durch Zufall oder gewollt, alle Briefe in der Schachtel haben sowohl die diversen Entrümpelungen, einige Umzüge sowie die beiden Weltkriege heil überstanden und sind nun in meinem Besitz. Mit dem lesen der Briefe tat ich mich anfangs sehr schwer, denn fast alle sind in altdeutscher Schrift mit vielen kleinen Verschnörkelungen geschrieben, so dass ich mir mehr als einmal die Frage stellte, was dieses oder jenes wohl heißen mag?


Inzwischen kenne ich den Inhalt der meisten Briefe, die Themen handeln in der Regel von Alltagsproblemen und unterscheiden sich in vielen Dingen nicht so sehr von den Problemen der heutigen Zeit. Geändert hat sich die Einstellung nach der Ernährung, denn es finden sich in vielen Briefen Kochrezepte wieder, die rege ausgetauscht wurden. Alles wurde zuhause gekocht und dort wurde auch gegessen. An einen Besuch im Gasthof wurde scheinbar nie gedacht. Und wenn doch, dann nur zu ganz besonderen Gelegenheiten wie bei einem Leichenschmaus im Jahr 1929. So entnommen aus einem Brief aus dieser Zeit. Neunundsechzig (69) bewirtete Personen (Männer, Frauen und vielleicht auch Kinder) tranken sage und schreibe 300 halbe Liter Bier, oder umgerechnet 150 Liter Bier. Leider wurde nicht angegeben, wie viele Männer anwesend waren. Nur dass dieser Tag mit einer ordentlichen Wirtshausrauferei endete. Darüber hat sich eine meiner Großtanten sehr geärgert und sich schriftlich bei meiner Oma beschwert.

 

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Die stille Nordsee

 

Lebt man nur weit genug von der Nordsee entfernt, so hat jeder seine eigene Vorstellung wie es denn es so sein könnte an der Küste?

 

Rau, kalt, regnerisch und windig ist die Vorstellung der meisten Leute, die ich kenne. Na ja, uns trennen auch gute achthundert Kilometer und so wie in Bayern nicht jeder mit Lederhose und Gamsbart auf dem Hut umherläuft, so ist das Klima an der Nordsee bei weitem nicht so schlecht, wie der Ruf dem Wetter an der Nordseeküste im Süden vorauseilt.

 

Es gibt genauso schöne, sonnige und warme Tage wie im Süden und es gibt windstille Zeiten. Ich kann nicht schreiben wie häufig diese windstillen Tage vorkommen, denn dazu bin ich nicht oft genug im Norden. Doch ich habe die windstillen Stunden selbst schon manchmal erlebt.

 

Beim letzten Mal war die Stimmung besonders am Watt grandios. Ein milchig blauer Himmel, gehüllt im diffusen Sonnenlicht ging ohne Unterbrechung in das Wasser über. Kein Streifen Land war am Horizont zu erkennen, da half nicht einmal ein Fernglas. Deshalb konnte man zeitweise nur ahnen, wo der Horizont war. Lediglich zwei kleine Landzungen der Insel Sylt selbst, auf der ich mich befand, zeigten mir links und rechts eine Begrenzung an. Dazwischen war nichts. Das Wasser lag ruhig zu meinen Füßen und irgendwann hatte es die gleiche Farbe wie der Himmel angenommen. Alles war milchig blau.

 

Im kleinen Munkmarscher Hafen war es nicht nur still, die Spiegelung der Hafenanlage war im Zusammenspiel mit der rücklings scheindenden Sonne so perfekt, dass eine eigene kleine Welt für sich entstand, die so lange anhielt, bis ich mein letztes Foto gemacht hatte. Dann war die Sonne weg und mit ihr die ganz besondere Stimmung an diesem Tag.

 

Links sehen Sie einige Bilder vom Munkmarscher Hafen, die ich damals aufgenommen habe.

 

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Eine berühmte Ecke

 

Eine der bekanntesten Straßenecken der USA befindet sich in dem kleinen Städtchen Winslow im Bundesstaat Arizona. Warum fragen sich jetzt vielleicht einige Leser?

 

Bekannt wurde diese Straßenecke in der mit etwa 10.000 Einwohner großen Stadt durch den Song "take it easy" der Country Rock Gruppe "the Eagles".

 

Die Ecke liegt an der Route 66 und jeder, der auf dieser Straße schon einmal gefahren ist, hat die Ecke überquert. Hier wird gesungen: "Standing on a corner in Winslow Arizona, such a fine sight to see, it's a girl my Lord in a flatbed Ford slowing down to take a look at me . . "


Oder auf Deutsch: "Nun, ich steh da an 'ner Kreuzung in Winslow Arizona. Was bietet sich mir da für ein schöner Anblick! Was für ein Mädchen, mein Gott! In einem Ford Pick - Up sie bremst ab, um sich mich mal an zu sehen . . . ".


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Heimatfotografie

 

In den letzten zehn Jahren habe ich neben der von mir bevorzugten Architekturfotografie meine Leidenschaft für die Schönheit der Natur entdeckt und deshalb wurde ich zu einem ambitionierten Naturfotograf, der das Glück hat, seine Motive vor der Haustür zu finden. Die meisten meiner Bilder entstehen zwischen dem Chiemsee und dem Starnberger See, die Breite meines Einzugsgebietes eröffnet sich für mich variabel vom Berchtesgadener Land bis hin zum Bodensee.

 

Sollte ich woanders fotografieren und nicht nur hier im südlichen Bayern? Diese Frage stelle ich mir selbst jedes Mal auf das Neue, bevor ich auf Reisen gehe. Es hat zwei Gründe, warum ich es nicht, oder höchst selten mache. Auf Reisen habe ich mit Ausnahme von Aufenthalten auf der Insel Sylt meist keine geeignete Kameraausrüstung dabei. Oder anders geschrieben, ich habe nicht immer Lust, mit Rucksack und Stativ durch die Lande zu schreiten. Aber der Hauptgrund ist, dass mir die Zeit fehlt wie sie notwendig wäre, um gute Bilder in der Ferne machen zu können. Die Familie geht auf Reisen und im Urlaub nun mal vor.

 

Also fotografiere ich lieber hier in meiner Heimat. Mit Ruhe, mit der notwendigen Zeit, mit dem Wissen, die Aufnahme im Fall des Falles auch wiederholen zu können. Ich bewege mich in einer schönen, wunderbaren Landschaft mit den Voralpen und den Bergen. Hier gibt es viele und unzählige Motive. Mann muss sie nur sehen und schätzen lernen.

 

Natürlich bin ich auch kein absolut konsequenter Mensch. Wer ist das schon? Deshalb gibt es das Thema Unterwegs in ... | mehr | auf dieser Seite. Dort zeige ich einige Bilder, die nicht in heimatlichen Gegenden entstanden sind.


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Ich über mich aus der Sicht von mir

 

Ein durchaus zutreffender Satz, gemünzt von einer Person auf sich selbst. Aber der Satz stammt nicht von mir. Leider ist mir auch nicht bekannt, wer sich diese ironische Selbstbetrachtung ausdachte, die hinter diesen Wörtern steht.

 

Ich fotografiere seit meinem zehnten Lebensjahr, also kurzum seit über 45 Jahren. Angefangen habe ich mit einer kleinen AGFA Kamera, in der ich eine Filmkassette mit 24 Aufnahmern einlegen konnte und wenn es dunkel wurde, gab es einen Blitzwürfel mit wechselbaren Blitzlämpchen. Die Bilder waren quadratisch und wenn mir heute durch Zufall ein Foto von damals in die Hände fällt, ist es verbogen und vergilbt. Das war in den 60'er Jahren des letzten Jahrhunderts, die Kamera selbst habe ich noch und wird mich wohl mein ganzes Leben lang begleiten. Nur Bilder werde ich damit keine mehr machen, denn Filmkassetten gibt es für diese Kamera schon sehr lange nicht mehr.

 

In den 70'er Jahren wurde meine Kamera größer, besser, anders. Eine Minolta Spiegelreflexkamera mit einem lichtstarken 1:10 50 mm Objektiv war mein "erster" richtiger Fotoapparat. Damit konnte ich erstmals meine fotografischen Ideen umsetzten bis zu jenem Tag, als ein sardischer Dieb mich für immer von dieser Kamera trennte. Aber nicht nur diese Kamera und das Objetiv, nein, meine ganze Ausrüstung war weg und ich beschloss, nie mehr in meinem Leben zu fotografieren. Dieser Beschluss hielt auch zirka sechs Monate an, dann kaufte ich mir eine neue Minolta Kamera.

 

Mit der und einer zweiten, baugleichen Minolta flog ich Anfang der 80'er Jahre erstmals in die USA. Ich hatte zwar wenig Geld, aber dafür eine tolle Fotoausrüstung. Mit dieser Ausrüstung hielt ich alles, wirklich alles im Bild fest. Böse Zungen behaupten, ich hätte Land und Leute nur durch den Sucher der Kamera gesehen.

 

An dieser Stelle ist es Zeit, einmal Dank zu sagen. Danke an Mr. Neugebauer | www.neugebauers.com |, Juwelier in Rapid City, South Dakota. Mitten im nirgendwo in diesem Bundesstaat ging ausgerechnet mein Lieblingsobjetiv kaputt. Der Fotohändler in Rapid City wollte mir für 600 Dollar ein neues Objektiv verkaufen, der freundliche Juwelier nebenan nahm kurzum eine funkelnagelneue Uhr aus dem Regal, zerlegte sie und mit den kleinen Schräubchen der Uhr reparierte er das Objektiv. Dafür wollte er kein Geld.

 

Wieder zu Hause in Europa wurde mir Jahre später - man glaubt es kaum - das Objektiv auf Sardinien geklaut. Ich denke, der Dieb von vor einigen Jahren zuvor hat nur auf mich gewartet, bis ich wieder ins Land kam.

 

Daraufhin stellte ich das fotografieren wieder einmal ein. Dafür filmte ich, denn ich war überzeugt, wer will schon eine Filmkamera klauen? Damit hatte ich zwar Recht, nur dass ich sehr bald zu der Erkenntnis kam, wer will schon meine Filme sehen? Niemand, nicht einmal ich selbst sah mir meine Filme nochmals an. Aus diesem Grund kaufte ich mir mal wieder zwei Fotoapparate, diesmal von Canon.

 

Später kamen zwei weitere Kameras hinzu und zusammen mit einigen Objektiven zog es mich in den 90'er Jahren nach Venedig, Dort verbrachte ich viele Monate und einige hundert (oder tausend?) Venedigbilder später kaufte ich mir im Jahr drei der 00'er Jahre meine erste Digitalkamera. Sensationelle fünf Millionen Pixel, die Augen leuchteten bei dieser Zahl und im Besonderen beim Preis meiner ersten Speicherkarte. Diese kostete mit immerhin 1 (einem) GB schon recht günstige 600 Euro. Damals! Wer kann sich daran noch erinnern?

 

Digitalkamera und Speicherkarte veränderten meine Fotowelt. Die Dias kamen in den Keller, die Fotoalben auf den Müll und die Kataloge verstaubten in den Regalen. Dafür gibt es jetzt Speichermedien, auf denen habe ich mehr Bilder hinterlegt als im Keller Dias liegen, Fotos sieht man sich auf dem Tablet PC oder auf dem Handy an und das Internet mit meinen Webseiten ist mein Katalog.

 

Kurz vor Weihnachten 1996 war ich erstmals auf der Insel Sylt und da der Strand zu herrlich menschenleer war und die Natur so nah, beschloss ich sieben Jahre später, meine sensationelle 5 Millionen Pixel Kamera dort im Sommer zu testen und die Einsamkeit des Strandes zu genießen. Leider wurde es nichts aus der Einsamkeit und zum fotografieren kam ich auch nicht, die Menschenmassen waren einfach zuviel des Guten. Aber der Insel blieb ich trotzdem über die Jahre hinweg treu und so versenkte ich eine Canon Kamera erfolgreich in der Nordsee. Nun, vielleicht sollte man seine Kamera nicht auf den Boden legen und wenn doch, sollte man auf seine Frau hören. Der Dialog verlief in etwa so: " Pass auf, da kommt eine Welle" (meine Frau). "Nein, die kommt nicht bis zur Kamera" (ich). Schwupp und weg war sie, die Kamera.

 

Daraufhin gab es eine neue Nikon. Ich wechsle öfters die Marken. Entscheidend für den Kauf ist die Bildqualität. Alles andere ist Nebensache. Nach der Nikon gab es wieder eine Canon, die mir wieder ins Wasser fiel. Diesmal aber in den Walchensee. Zeitweise fotografierte ich dann abwechselnd mit Canon und Nikon, Canon meistens im Studio, Nikon in der Natur. Irgendwie hatte ich mir eingebildet, Nikon sei im Freien besser.

 

In den Urlaub nehme ich (fast immer) nur eine kleine Kamera mit. Deshalb gibt es auf dieser Seite auch nur wenige Bilder aus fremden Gefilden zu sehen. Heimatfotografie ist dagegen das Stichwort. Von Lindau bis Berchtesgaden bin ich fotografisch zu allen Jahreszeiten unterwegs. Hier habe ich die Möglichkeiten, die mir aus zeitlichen-, jahreszeitlichen- und wetterbedingten Gründen im Ausland fehlen.

 

Zur Zeit, d.h. 2017 fotografiere ich meine Heimat abwechselnd mit folgenden Kameras: Canon 5D MK III, Canon 70D, Mamyia 645D, Nikon D800, Nikon D5300, Sony Alpha 7R II, Sony RX 10 III, Sony RX 100 MK II, Sony RX 100 MK III.

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Kugelbilder

 

 

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Man nehme eine Glaskugel, möglichst reinstes Kristallglas mit einem Durchmesser, mit dem man persönlich gut zu Recht kommt (in meinem Fall waren es immer 11 cm bzw. 15 cm), ein passendes Hintergrundmotiv, idealerweise einen breiten Horiont oder einen markanten Blickfang, damit sich dieses Motiv in der Kugel gut spiegelt. Die Glaskugel so setzen, dass sie möglichst nicht tief in den Boden einsinkt, z.B. auf einem Sandstrand. Das Motiv im Hintergrund sollte gut erkennbar sein, da der Fokus der Kamera dort angesetzt wird. Die Kamera waagrecht mittels Wasserwaage ausrichten und dann, wenn die Schärfe und der Lichteinfall passt, klick und das Bild ist fertig. Es gibt viele Glaskugeln, aber man sollte beim Kauf darauf achten, dass in der Kugel keine Einschlüsse wie z.B. Luftblasen zu erkennen sind. Ich beziehe meine Kugeln von den Künstlern der Kugelspirale www.kugelspirale.com  | mehr |, denn damit habe ich bisher die besten Erfahrungen gewonnen.

 


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Nachgedacht

 

Fotografie macht Spaß! Aber warum das Bild so belassen, wie es einst durch das Objektiv das Licht der Welt erblickte? Also ran an den Photoshop und wenn nicht alles, so doch möglichst vieles ändern, denkt sich so mancher Bildliebhaber. Deshalb zitiere ich nachfolgend die Machart eines Siegerbildes aus einem Fotowettbewerb im Jahr 2014:

 

"Fünffachbelichtungsreihe mit HDR Efex Pro2, verschiedene Filter NIK Collection, weitere Bearbeitung in 21 Schritten über Photoshop CS6". Das Ergebnis in diesem Fall war beeindruckend. Es war ein brillantes und perfektes Bild, das nur einen Fehler hatte. Das menschliche Auge hätte dieses Motiv so niemals wahrgenommen.

 

Fotografie macht mir Spaß. Weil ich das Bild so belasse, wie es durch das Objektiv das Licht der Welt erblickte. Ich unterlasse es, meine Bilder umfangreich nachzubearbeiten und beschränke mich auf Kontrast, Schärfe und gelegentlich ein wenig mehr Farbe. Lediglich auf die Beseitigung von Sensorflecken lege ich großen Wert. So pur wie möglich, mit allen Fehlern. Aber dafür ein Original.


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Rainy Days in New York City

 

Was hat die Stadt gegen mich? Ich bin gern dort, ich mag sie und als leidenschaftlicher Fotograf freue ich mich auf tolle Aussichten und schöne Bilder. Und dann dass! Seit über 30 Jahren, bei jeden meiner Besuche war das Wetter im gleich. Regen, Regen und nochmals Regen. Egal zu welcher Jahreszeit, wenn ich komme, regnet es in der Stadt. Nicht kurz oder vorübergehend. Nein, es  wäre auch zu schön. Es regnet tagelang ohne Unterbrechung. So auch bei meinem letzten Besuch. Am Ankunftstag blieb es trotz der grauen Wolken noch trocken. Für einen ganzen Nachmittag. Danach fing es an zu regnen und es hörte nicht mehr bis zum Abflug auf. Kaum zu Hause, klickte ich im Internet auf die Wetterkarte. Siehe da, die Sonne schien wieder über New York City. Toll!


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Route 66

 

Die Route 66 Amerikas legendärer Highway von Chicago nach Los Angelas galt ab 1926 als eine der ersten durchgehend befestigten Straßenverbindungen zur Westküste der USA.

 

Keine Straße glorifiziert die Geschichte der amerikanischen Auto- kultur mehr als die Route 66. Ob als "Mother Road" wie John Steinbeck sie nannte oder als Highway der Hoffnung, stets war sie ein Fließband amerikanischer Odyseen und Anlass für Wunschträume und Visionen.

 

Heute ist die Route 66 weitgehend von der Landkarte getilgt und durch das effizentere Fernstraßennetz aus Interstate Highways erzetzt worden.


Zwar ist in den letzten Jahren die Anziehungskraft für die Straße wieder mehr spürbar. Trotzdem taucht man in unbekannte Regionen und Kleinstädte auf dem Weg nach Westen, die den Eindruck erwecken, als sei hier der Hund begraben. Überall riecht es nach tiefster Provinz und zu sehen ist vielerorts ein spürbarer Verfall. In gewisser Weise steht die Route 66 als Synonym für das ganze Land abseits der Hochglanzfassaden der Großstädte an der Ost- und Westküste und der schönen heilen Welt der Touristenhochburgen.

 

Im Windschatten seiner offiziellen Bedeutungslosigkeit ist die Route 66 allerdings besser davon gekommen, als man vermuten würde. Nahezu 90 Prozent der Straße gibt es noch, als simple Landstraße oder als Ortsdurchfahrten. Darauf lässt sich himmlisch schön dahin- bummeln. Man muss nur eine gute Straßenkarte zur Hand haben und sich daran gewöhnen, dass man sich häufig verfährt, da man die Originalstrecke oft wie die Stecknadel im Heuhaufen suchen muss. Dafür kann sich selbst der Fahrer erlauben, anders und anderes zu sehen. Doch das Schneckentempo birgt ein Problem, da vieles entlang der Route verführt, länger zu verweilen als geplant.

 

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Saturnbild

 

Als ich das Bild zum ersten Mal sah, war ich davon so angetan, dass ich es unbedingt haben musste. Aber keinen Ausschnitt aus der Zeitung, sondern in einer entsprechenden Größe für einen privaten Kunstdruck in der Größe 60 cm x 90 cm. Die Frage war, woher ich eine entsprechende Datei bekommen könnte? Von der NASA | mehr |, ist doch logisch. Also rief ich bei der NASA an, ließ mich mindestens 20 x verbinden und mit viel Geduld, Zeit und noch mehr Muse hatte ich einen Gesprächspartner am anderen Ende der Leitung gefunden, den ich mein Anliegen erklären konnte. Eigentlich hatte ich ein klares NEIN erwartet. Aber es kam anders. "Na klar doch, in welcher Auflösung?" fragte er zu meiner Überraschung und ein paar Tage später lag ein dickes Kuvert aus Houston in meinem vBriefkasten.


Darin enthalten eine DVD, auf der dieses Bild gespeichert war in einer Auflösung, dass ich daraus einen Kunstdruck hätte machen können, um eine Hausfassade damit abzudecken.

 

Der Saturn im Vorderung und links zwischen den Ringen des Planeten ist ein kleiner weißer Punkt zu erkennen. Unsere Erde. Aufgenommen wurde das Bild von der Cassini Sonde, die am 15.10.1997 von Cape Canaveral gestartet wurde und zusamen mit dem Satellit Huygens am 01.07.2004 den Saturn erreichte. Cassini fliegt noch immer um den Saturn, die Mission ist bis Ende 2017 angesetzt.

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Wo sind die Menschen und die Tauben auf dem Markusplatz?

 

Wo sind die Menschen und die Tauben auf dem Markusplatz? Wegretuschiert? Dann hätte ich sehr viel Arbeit damit gehabt. Langzeitbelichtet? Dann würde man die Schatten der Passanten sehen.

 

Es wird einsam auf dem Platz wenn die letzten Nachtschwärmer zu Hause oder in den Hotels sind. Und still ist es, unglaublich still. Kein Autolärm, wo keine Autos fahren können. Kein Motorlärm, wenn keine Boote mehr durch die Kanäle schippern. Man kann in Ruhe über den Platz wandeln. Die Stille kann je nach Jahreszeit mehrere Stunden anhalten. Doch irgendwann beginnt immer der Tag zu dämmern. Man sieht es noch nicht am Himmel, aber die Tauben kommen.


Sie picken die restlichen Körner des vortages vom Boden. Einzelne Passanten überqueren auf dem Weg zur Arbeit eilig den Platz. Am Himmer zeigt sich das erste zaghafte Licht. Frauen und Männer der städtischen Straßenreinigung mit ihren Reisigbesen kehren den Boden. Dies ist mein Startzeichen, es wird Zeit, das Stativ aufzustellen und die Kamera zu positionieren, denn jetzt kommen die Minuten, auf die ich gewartet habe. Die Tauben haben den Platz längst wieder verlassen, sie finden nach der Reinigung kein Futter mehr. Als der Trupp der städtischen Straßenreinigung den Platz verlässt, erlebe ich den Markusplatz ohne Menschen und Tauben. Ich drücke auf den Auslöser und hoffe, dass kein Venezianer genau in dem Augenblick durchs Bild hetzt. Glück gehabt, das Bild ist fertig und der Platz liegt immer noch leer vor mir.

 

Die Zeitspanne dauert im Sommer höchstens eine Viertelstunde, im Winter noch kürzer. Mit den ersten Strahlen der aufgehenden Sonne kommen die Taubenfutterverkäufer und mit ihnen kommen die Tauben zurück. Die Tauben ziehen die ersten Touristen an und schnell füllt sich der Platz. Die Cafes öffnen, einige wenige setzen sich auf die gerade noch rechtzeitig gereinigten Stühle und Tische, lesen Zeitung und trinken ihren bestellten Kaffee. Auf dem Markusplatz geht man über in den täglichen Irrsinn. Er verkommt zum Rummelplatz für Tausende und verliert so sekündlich seine Erhabenheit und seine Ausstrahlung, die er beides nur noch in den wenigen nächtlichen Stunden haben darf.

 

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